Von glücklichen Enten und verlogenen Engeln

Am Wochenende habe ich Ente gegessen. Glückliche Ente. Eine aus vorbildlicher Haltung mit Watscheln, Schnattern und Baden in entenfreundlicher Umgebung. Ich bin ziemlich pingelig bei Fleisch, aber bei diesem Essen konnte man tatsächlich schmecken, dass Aufzucht und Haltung zum Besten der Ente waren.

Ich möchte eigentlich nur noch solche Lebensmittel essen. Dass sowas teuer ist, stört mich nicht. Aber ich weiß nicht, wo man Lebensmittel kaufen kann, die auch wirklich GUT sind.

GUT ist ja im Bezug auf Konsumprodukte ein verschwommener Begriff geworden.

Da wird die Nussschokolade des überaus engagierten Familienunternehmens Ritter in Grund und Boden geschimpft, weil sich die Stiftung Warentest anhand einer gefundenen Winzigkeit am Skandal profilieren kann. Verdammt, profiliert euch lieber bei Nestle!

Beim ADAC wurden die Zahlen zur Wahl des „Gelben Engels“ gefälscht. Wahrscheinlich gab es im Vorfeld der Manipulationen sehr lecker Abendessen im Top-Restaurant, viel vom teuersten Wein, im Anschluss floss dann eine Menge Geld in die Tasche eines Betrügers, der beim ADAC eine Schlüsselposition einnimmt. Und dann wird in der auflagenstärksten Zeitschrift Deutschlands ein Sieger-Auto präsentiert, das den Preis wahrscheinlich nicht verdient hat. Jetzt will keiner was von der Manipulation gewusst haben. Haha! Wer glaubt das denn?

Und die ganzen anderen Lügner. Die Alu-Kapseln von Nespresso sind angeblich soooo umweltfreundlich. H&M, Esprit, Adidas und wie sie alle heißen engagieren sich ja so umheimlich für bessere Produktionsbedingungen ihrer Textilien … jaja … der WWF treibt mit seinem niedlichen Panda Geld von Menschen mit schlechtem Gewissen ein und steht in Wirklichkeit für die massive Zerstörung von Regenwald in Südamerika.

Und die Geflügelindustrie tut in ihrer Werbung so, als gäbe es nur gesunde freilaufende Hühner, die am liebsten in der Sonne nach Käfern picken und es sich gutgehen lassen.

Das ist alles so zum kotzen verlogen.