Kässpätzle bei Ali

Obst schmeckt ja meistens besser, wenn man es nicht selber schnippeln muss, finde ich.

In den letzten Tagen habe ich ein paar neue Bewegungsabläufe in mein Training eingebaut. Der Muskelkater ist ein gewaltiges Monster. Da dachte ich während all der Monate in denen ich trainiert habe, das wäre ein schönes umfangreiches Training, das den ganzen Körper rundum beansprucht und überhaupt … nix da. Ich fühle mich gerade so, als hätte ich mein allererstes Krafttraining absolviert, und das wegen nur vier neuen Übungen. ES TUT WEH!

Gefreut hat mich, dass ich letztens zum ersten Mal meine verhassten 100 Crunches gemacht habe, ohne dabei das Gefühl zu haben, jeden Moment vor Schmerzen ins Gras zu beißen. Es lief einfach. Hoch, runter, einatmen, ausatmen, dabei an die Decke starren und nichts denken. Genau das Gefühl, wegen dem ich in die Muckibude renne. Ich glaube, man nennt es „flow“, oder?

Mein Gehirn spielt mir dieser Tage einen bösen Streich. Es hat sich völlig ohne Bezug und aus heiterem Himmel an die Kneipe „Litfaß bei Ali“ in der Stuttgarter Innenstadt erinnert, wo ich vor knapp 20 Jahren öfter mal Kässpätzle gegessen habe. Das war so unglaublich lecker … die besten Kässpätzle der Welt! Seit mich dieser Erinnerungsfetzen angesprungen hat, habe ich Heißhunger auf diese (!) Spätzle! Was ein Problem ist, denn Ali ist tot, und die Kneipe gibt es nicht mehr.

Mein Hirn serviert mir nun in regelmäßigen Abständen (so ca. alle drei Minuten) den Befehl, ihm dringend weltmeisterliche Kässpätzle zu kredenzen und droht mit Arbeitsverweigerung. Es wird ein Desaster, das weiß ich jetzt schon, denn ich werde das nie so hinkriegen wie Ali. Was für’n Frust!