Dezember-Wahnsinn

Der Dezember ist ja der klassische Monat, in dem alle durchknallen. Mir ist z. B. heute morgen beim Lesen einer Kunden-Mail das zentrale Nervensystem durchgeschmurgelt. Eine halbe Stunde später war ich wieder so weit beisammen, dass ich ein Stück aus meinem Schreibtisch rausbeissen konnte, gegen Mittag habe ich mir einen Baldriantee gekocht und das erste Mal tief durchgeatmet.

Egal … so ist das halt manchmal.

Ich habe mir In-Ear Sportkopfhörer von einem namhaften Hifi-Hersteller mit B gegönnt. Super, die Stöpsel saugen sich in der Ohrmuschel fest und sind schweissabweisend. Genial zum laufen!

Also wieder mal Geld rausgehauen. Ich wollte mir das eigentlich abgewöhnen. Eigentlich nicht ratsam, wo ich doch nur draufzahle, während die Inflation mein Erspartes auffrisst. Nein, ich will diesen ganzen Wahnsinn eigentlich nicht mehr mitmachen, der sich jetzt im Advent wieder mit voller Wucht breit macht. Dieses konsumieren von Scheiss, der irgendwo in der Dritten Welt unter erbärmlichen Bedingungen hergestellt wurde. Und mir von Unternehmen geliefert wird, die in Deutschland keine Steuern zahlen. Scheiss, den ich nicht brauche. Ich bin jetzt seit über einem Jahr standhaft und habe kaum neue Klamotten gekauft.

Die neuen Kopfhörer sind toll. Und ich hab mir ein 6 Terabyte Raid gekauft, mit dem ich viel Spass habe. Und ein Parfum von Chanel. Und Ohrringe! Oh mann! Ich habe ein schlechtes Gewissen, und dann sehe ich die Auslagen und Menschenmassen bei Kaufhof, Thalia oder Douglas und stelle fest, dass andere viel Wahnsinniger sind als ich … wer kauft den ganzen Kram?

Zum Glück gibts Prince und Sheila E!



Update

Neulich an der Ostsee habe ich seit langem mal wieder einen endlosen Sternenhimmel gesehen … so einen, bei dem sich das Band der Milchstraße richtig schön am Himmel abzeichnet. Ich darf gar nicht anfangen darüber nachzudenken, WAS man da oben sieht – man wird ja nur verrückt. Früher oder später kommt in solchen Momenten immer die Frage, was wohl vor dem Urknall war. Manchen hilft die Religion, der Glaube an einen Schöpfer, ich hab jetzt die Spektrum der Wissenschaft abonniert. Nicht vergessen: Morgen landet Philae auf dem Kometen!!

Möwe am Pier von Warnemünde

Mein Urlaub war zu kurz. Erst nach fünf Tagen hat sich ein bißchen so was wie Entspannung angekündigt, nach sieben Tagen bin ich schon wieder nach Hause gefahren. Ich musste noch mal ganz tief runter, aber seit ich aus dem Urlaub zurück bin, ist Ruhe eingekehrt. Es geht mir wieder gut. Inzwischen habe ich 20 Gläser Quitten-Gelee gekocht, 2 Bäume gepflanzt, mich alleine in die Sauna in der Therme getraut (mach ich nie wieder – komisches Spanner-Publikum dort), eine Flamenco-Veranstaltung besucht, den traurigsten Film aller Zeiten gesehen (Hin und Weg), eine Fortbildung in „Psychosozialer Notfallversorgung“ absolviert, mal wieder Badminton gespielt, einem Menschen den ich nicht mag ans Bein gepisst, einem Menschen den ich mag gesagt, dass ich ihn mag.

Sport ist ein trauriges Thema. Ich konnte mehrere Monate lang die Konzentration und Ruhe die ich fürs Training brauche nicht aufbringen. Jetzt kämpfe ich mich mühsam, aber mit wieder erwachter Leidenschaft zurück in die alte Form. Es geht langsam, aber es geht. Und ich freue mich wieder darüber wie schön es ist, morgens um fünf aufzustehen, in Ruhe meinen Kaffee zu trinken und um halb sieben in der Klimmzugmaschine zu hängen! Ja!

Herbstmorgen in der Kasseler AueDie wichtigste Änderung in meinem Leben ist vor ein paar Tagen eingetreten. Ich bin seit diesem Monat offizielles Mitglied im Kriseninterventionsdienst des Roten Kreuzes in Kassel. Die Idee, ein Ehrenamt anzunehmen hatte ich schon lange. Den Wunsch, als Gegenpol zu meinem Beruf etwas „Sinnvolles“ zu tun sowieso. Dass es nun Krisenintervention wurde war ein Selbstläufer. Nachdem ich vor ca. einem Jahr erfahren habe, dass es diesen Dienst gibt, war mir klar, dass ich das machen will.

Es geht darum, Menschen in akuten Krisensituationen aufzufangen, zu beruhigen, die ersten Schritte zu begleiten um sie in ein soziales Umfeld zu führen, das für weitere Unterstützung sorgen kann. So wie Sanitäter am Körper Erste Hilfe leisten, leisten wir diese an der Seele.

Ich werde gut vorbereitet. Noch bis in den Sommer nächsten Jahres mache ich Fortbildungen. Wie überbringt man eine Todesnachricht? Wer will sowas machen? Irgendwer muss es ja machen. Besser es tut jemand, der es gelernt hat. Ich glaube, ich kann das.

Morgentau im Spinnennetz

Ich hab in letzter Zeit viel gelernt über Glück und Unglück. Die beiden sind ein gutes Paar. Hell und dunkel. Das Unglück ist ein Arschloch, und Glück findet man möglicherweise zufällig im Nutella-Glas. Was will man machen …

Der Blick von meinem Balkon

Ihr lieben, ich freue mich, dass ihr immer mal wieder hier rein schaut! Grüße und Küsse, und bald ist Advent!

 



Atmen, lachen, leben

Wenn jemand fragt wie es mir geht, sage ich – gut. Und ich meine das auch so. Oberflächlich gesehen ist alles bestens. Mein Alltag flutscht, ein Urlaub steht an, ich bin gesund und munter, mein Leben ist schön. Fast.

Ich habe ein neues Gefühl im Repertoire. Eins, das ich vorher nicht kannte. Es ist das bewusste Fehlen von Fröhlichkeit. Nicht, dass ich dauernd betrübt wäre – so ist das nicht. Es ist mehr so, dass meine fröhliche Grundstimmung, die mich schon immer wesentlich ausgemacht hat, Lücken bekommen hat. Sie ist phasenweise einfach weg. Stattdessen bin ich neutral, lebe, atme, tue Dinge, lache, aber nicht mit der Liebe und Leidenschaft wie ich das früher konnte.

Sobald andererseits etwas mein Herz berührt, trifft es mich anders als früher viel härter und heftiger, als ich es je erlebt habe. So empfinde ich einen Moment, der eigentlich leidenschaftlich schön ist, als schmerzhaft und fast unerträglich.

So wie neulich beim laufen. Ich renne bei schönstem Wetter durch die Dönche, meine Beine machen genau was sie sollen, ich habe Kraft und Puste und die beste Musik auf den Ohren. Die Bäume und Sträucher mit ihren prallen Äpfeln und knallroten Beeren biegen sich und strotzen vor Lebensfreude, und in mir tobt der Wunsch danach, vor Schmerzen zu schreien.

Es nervt mich.

Das ist wohl so, wenn man trauert, oder? Der Verstand hat nichts zu melden. Ich muss da durch …



Ein Abschiedsbrief

Wer sein Tier gut behandelt, hat eine echte Chance, bedingungslos geliebt zu werden. Der Preis, den man dafür zahlt, ist immens. Wer anfängt ein Tier zu lieben, schließt einen bösen Pakt mit dem Schmerz.

Ich erlebe diesen Schmerz seit vier Tagen. Wie kann man nur so viel weinen?

Lieber Ferris, du warst immer so scheu. Hast bei allen die in deine Nähe kamen so getan, als würden sie dich nicht interessieren. Du konntest richtig arschig sein. Und trotzdem haben in den letzten Tagen viele Menschen die mir nahe stehen um dich geweint. Vielleicht weil du so besonders warst. Vielleicht weil sie alle wissen, dass das mit uns beiden etwas Besonderes war. Mit jeder Träne, die andere um dich geweint haben, hast du mir über deinen Tod hinaus noch das Geschenk gemacht, dass ich deren Mitgefühl spüren durfte. Danke dafür.

Überall sind Spuren von dir. Das vollgekotzte Kissen auf dem Balkon, deine Fußtapsen auf meinem Schreibtisch, die Futternäpfe in der Küche. Ich bringe es nicht fertig, sie zu beseitigen. Heute habe ich ein Schnurrhaar von dir gefunden und habe es in eine kleine Schachtel gelegt. Mein Verstand hat schon begriffen, dass du nicht mehr bei mir bist. Mein Herz nicht.

Ich muss mich nun nicht mehr ständig um dich sorgen. Deine sieben Leben waren ja längst vor Jahren schon aufgebraucht. Jetzt spüre ich schon ganz leicht, dass eine neue Freiheit vor mir liegt. Ich wollte sie nicht, aber jetzt ist sie da. Mal wieder eine Reise machen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, da freue ich mich drauf.

Du warst das beste in meinem Leben. Das meine ich ernst. Jetzt ist es an mir, das beste aus meinem Leben zu machen, ohne jeden Tag meine Nase in deinem weichen Fell versenken zu können um dir so nahe wie möglich zu sein. Das ist verdammt hart.

Ich bin so dankbar, dass du in meinem Leben warst. Nie werde ich vergessen, wie viel du mir bedeutet hast!

Danke euch allen, die ihr mir in den letzten Tagen euer Verständnis und Mitgefühl entgegengebracht habt. Jedes eurer Worte hat mir geholfen!



Ferris

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Du fehlst mir so sehr.

 

 

 



Ich bin zur Zeit etwas dünnhäutig.

Der Sommer könnte so schön sein, wenn der Schnupfen nicht wäre. Beim Kater. Eigentlich ist es kein Schnupfen, sondern Krebs – Nasenkrebs. Das wissen wir seit letzter Woche. Es geht ihm gut. Die Medikamente helfen gegen die Entzündungen in Nase und Rachen. Eine Prognose haben wir nicht. Ich stelle mich gedanklich darauf ein, ihn vielleicht bald gehen lassen zu müssen. Ich glaube, er weiß bescheid. Er ist irgendwie anders.

Auf der Baustelle nebenan steht in all dem Unkraut eine einzelne Sonnenblume. Die ist bestimmt zwei Meter hoch und lacht den ganzen Tag.

sonnenblume-die-lachtFoto: Pudelek (Marcin Szala), Wikimedia Commons



Neulich an der Ostsee

Sonnenuntergang Ostseebad Wustrow

Sonnenuntergang Ostseebad Wustrow

Sonnenuntergang Ostseebad Wustrow

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Sonnenuntergang Ostseebad Wustrow



Ich habe Marmelade gekocht!

Also ich machs kurz. Habe mein Leben lang Marmelade einfach nur ekelhaft gefunden. Neulich in ein Marmeladenbrot gebissen: eine Offenbarung. Dann Marmelade selbst gekocht.

NEUES LIEBLINGSESSEN: MARMELADE!!!

Erdbeermarmelade selber kochen

Ich schreib euch mein Rezept auf. Das ist so einfach!

Erdbeermarmelade mit Wildpfirsichen

Man braucht:

  • ca. 1000 g Erdbeeren
  • 5 Wildpfirsiche
  • 4 Schoten Vanille
  • Marmeladen-Zucker für Erdbeeren (500 g)

Zubereitung:

Die Erdbeeren waschen und vom Grün befreien. In einen großen (!) Topf schmeissen. Die Pfirsiche klein schneiden und dazu geben. Die Vanilleschoten auskratzen und das Vanillemark zu Erdbeeren und Pfirsichen in den Topf geben. Darüber den Zucker.

Alles pürieren. Ich püriere sehr fein, weil ich Fruchtstückchen nicht mag.

Aufkochen und ca. 4 bis 5 Minuten sprudelnd kochen lassen.

Mit einem Trichter in Gläser abfüllen.

DAS WARS SCHON! Ich bin verrückt nach dem Zeug!

Zwischenzeitlich habe ich auch noch andere Varianten mit anderen Obstsorten gekocht und werde demnächst ganz groß ins Marmeladen-Business einsteigen … oder so … mal gucken ;-)

Erbeermarmelade knallrot und selbst gekocht

 

 



Schreien, lachen oder kotzen?

Muss ich demnächst bei Spiegel Online lesen, was es bei Uli Hoeneß zum Frühstück gab, oder wie ausgiebig er seine Knast-Toilette benutzt hat? Ich bin wieder einmal fassungslos, welchen Scheiß (!) uns die Leitmedien auftischen – als gäbe es nichts wichtigeres zu berichten.

Wo bleibt z. B. der Aufschrei, der Skandal, die Fassungslosigkeit unserer Abgeordneten darüber, dass die Ermittlungen zur Überwachung durch die NSA ausbleiben? „Es fehlt an Anhaltspunken (??!!??) und Zeugen.“ Aha. Edward Snowden ist also kein Zeuge? Das tolle Internet, die gesamte Kommunikation mutiert zu einer einzigen Pestbeule und keinen interessiert’s.

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Neulich in der Kneipe saß am Nachbartisch eine kleine Gruppe Studentinnen. Eine von denen behauptete, die Inuit würden am Südpol leben. Mir ist der Börek aus’m Gesicht gefallen.

Und dann das:

 

Schreien, lachen oder kotzen?

 



Mein erstes Runner’s High

Mit einem Kaffee bei Sonnenschein auf meinem Balkon zu sitzen – auf dem Sessel neben mir der Kater – ist so ziemlich das Schönste was es für mich gibt. Vor allem, nachdem mir der Kater in den letzten Wochen wieder viele Sorgen bereitet hat. Kurz vor Ostern hatte er wieder mal einen Abszess am Rücken, der unter Vollnarkose geschnitten werden musste. Das übliche Drama. Kurz danach wurde er kurzatmig und hat zunehmend geröchelt und geschnarcht, irgendwann waren die oberen Luftwege komplett mit Schleim zugesetzt. Ein ziemlich übler Schnupfen. Manchmal hatte ich Angst, dass er mir erstickt. Dank Antibiotika haben wir es wieder im Griff. Dazugelernt: Schnupfen bei Katzen ist eine ganz andere Hausnummer als beim Mensch.

Meine Atemwege dagegen danken mir die Zigaretten-Abstinenz sehr deutlich. Ich denke immernoch jeden Tag ans Rauchen und habe Lust zu rauchen, aber es zu lassen wird einfacher – viel einfacher. Ich brauche es nicht mehr. Die Gewichtszunahme war zwischenzeitlich bei über drei Kilo, hat sich jetzt aber bei zwei Kilo eingependelt, und das steht mir angeblich sogar gut. Ich muss aber auch sehr vier dafür tun. Seit zwei Wochen versuche ich meinen Schoko-Konsum stark einzuschränken, und mein Sport-Pensum ist erheblich. Ich mache fast jeden Tag Sport. Mittlerweile fahre ich auch Fahrrad. Nicht nur, weil ich nicht zunehmen möchte, sondern weil es einfach großen Spaß macht.

Denn: Meine Fitness ist vom Tag meiner letzten Zigarette an blitzartig hochgeschossen. Beim Krafttraining merke ich das kaum, aber wenn ich renne kann ich fast nicht glauben, was da passiert. Ich laufe Geschwindigkeiten, von denen ich vorher nicht zu träumen gewagt habe. Bei der Ausdauer ist nicht die Puste das limitierende Kriterium, sondern meistens, dass ich mal Pipi muss.

Blick über Kassel

Letztens hatte ich zum ersten Mal ein „echtes“ Runner’s High. Ich dachte ja zu wissen was das ist und meinte es sei das große Glücksgefühl, das sich gelegentlich beim Laufen einstellt. Weit gefehlt. Was ich neulich erlebt habe hatte mit einem „simplen“ Glücksgefühl wenig gemeinsam, es ging weit darüber hinaus.

Schwer zu beschreiben: Mein Blick ist mit einem Mal unscharf geworden, und ich habe die Landschaft in etwa so wahrgenommen, wie wenn die Enterprise in Lichtgeschwindigkeit  fliegt. Oder wie Schneeflocken im Scheinwerferlicht auf der Autobahn. Dazu habe ich meinen Körper nicht mehr gespürt … also nicht wirklich … schon gespürt, aber nicht „rennend“, sondern einfach nur „hier und jetzt“. Also ich – Körper – sein. Da sein und gleichzeitig „weg“ sein. Ein bisschen wie fliegen, ein bißchen wie schlafen, auf jeden Fall eine Art Trance. Ein Gefühl von präziser Perfektion, besser als Sex.

Ich konnte das Runner’s High bis jetzt einmal wiederholen. Es braucht scheinbar eine gewisse Leistung und Verfassung um in den Bereich zu kommen, wo es möglich ist. Als es kam, hatte ich eine gigantische Gänsehaut und konnte es leider nicht so lange aufrecht erhalten wie beim ersten Mal. Aber es ist toll zu wissen, dass es jetzt jederzeit wieder passieren kann.

 



Es geht weiter …

Ihr Lieben,

ich habe lange nichts mehr geschrieben. Es war viel los in den letzten Wochen. Das Nicht-rauchen hat mich verändert. Ich bin rastloser geworden. Brauche ständig Beschäftigung. Vor allem habe ich eine große Leidenschaft für Marmelade entwickelt! Später schreibe ich euch mehr.

Bis dann!

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Tag 1 bis 9

Nichtraucherin seit 9 Tagen.

Ich fange wieder bei Tag 1 an zu berichten, denn natürlich gestaltete sich der Rest des Tages nicht so einfach wie erhofft. Im Gegenteil. Das Gefühl der „Leere“ nahm sich an Raum was zu kriegen war, und es überfiel mich eine Nervosität, wie ich sie selten erlebt habe.

Mein Vorsatz, nicht mehr zu essen als sonst, war lächerlich!

So richtig erinnern, wie ich die ersten drei Tage rumgebracht habe will und kann ich mich gar nicht. Sie waren geprägt von innerer Unruhe, Zorn, Weinerlichkeit, Hunger. Am dritten Tag habe ich mir abends einen riesigen Gyros-Teller gegönnt. Da war ich zum ersten mal seit meiner Abstinenz wieder satt (obwohl ich DAUERND irgendwas gegessen habe). Mein Satt-und-Zufrieden-Zentrum im Hirn war bis dahin total am Boden zerstört und ist auch noch nicht wieder ganz hergestgellt.

Ab Tag 4 ging es aufwärts. Ich merkte, wie der Japs nach Nikotin verschwand und mir nur noch die Gewohnheit zu schaffen machte. Blöd in Momenten, wo ich einen gemütlichen Kaffee trinke oder auf dem Balkon die Sonne scheint. Aber diese Japs-Momente wurden von Tag zu Tag weniger intensiv und kürzer. Gut zu verdrängen.

Die Schokoladenindustrie macht den Reibach ihres Lebens mit mir. Gewichtszunahme bis heute: 3 Kilo. Okay … da muss ich jetzt durch. Werden wieder abtrainiert.

Apropos Training. Es ist unglaublich! Beim Krafttraining bemerke ich keinen Unterschied, aber beim Laufen ist der Gewinn an Kraft, Ausdauer und Puste so groß, dass ich es kaum glauben kann. Dass das Nichtrauchen beim Laufen einen Booster geben würde, war mir bewusst. Dass der Unterschied zu vorher und in so kurzer Zeit so enorm ist, hätte ich nicht gedacht.

Der erste Satz oben stimmt nicht. Ich bin noch keine Nichtraucherin. Heute ist Tag 9 und ich bin stolz, so weit gekommen zu sein. Ich komme gut klar, denke immer weniger an Zigaretten. Aber ich vermisse sie. Ich kann mir noch nicht vorstellen, mein Leben lang abstinent zu bleiben. So richtig begriffen habe ich noch nicht, worum es hier geht: Lebenslänglich nicht mehr zu rauchen. Daran muss ich noch etwas feilen.

Frohe Ostern, ihr lieben, und bis bald!

 

 

 



Tag 1

Endlich NichtraucherGestern abend habe ich bewusst meine letzte Zigarette geraucht. Geschmeckt hat sie nicht. Ich war schon vorher sicher, dass ich nicht mehr rauchen will.

Ich bin nun seit 12 Stunden Nichtraucherin.

Bis jetzt ist alles gut. Schokoriegel essen wäre fein, das verkneife ich mir aber. Gar nicht erst daran gewöhnen, dass es Ersatz gibt.

Zur Lust auf Süßes gesellt sich leichte Nervosität und ein Gefühl von „Leere“. Vermutlich leichte Entzugserscheinungen. Ich nehme diese Gefühle zur Kenntnis, gebe ihnen aber keinen Raum. Denke stattdessen: HURRA! :-)

Wenn es so weiter geht, wird es ein gemütlicher Spaziergang. Wenn nicht, halte ich trotzdem durch. Drückt mir die Daumen!



entfesselter Pollenflug

Eine Petition zum Pollenflugverbot wäre mal was!

Wenn sich Heuschnupfen-Allergiker (im April) unterhalten – sofern sie das können und einen röchelfreien Moment erwischen – erzählen sie sich in der Regel, wie sie den fiesen Symptomen beizukommen versuchen. Immer wird dabei auch die Frage gestellt, welche Tabletten man denn so einwirft. Ich habe darin jahrelange Erfahrung. Immer, wirklich IMMER wird davon berichtet, wie schlecht die gängigen verschreibungsfreien Tabletten vertragen werden.

Ich kenne niemanden, der von diesen Tabletten nicht müde wird. Und das ist eine ekelhafte Müdigkeit. Du sitzt bei einem wunderbaren Stück Erdbeerkuchen mit Schlagsahne in der Sonne auf der Terrasse, der Frühling umärmelt dich mit sanfter Güte, es ist TRAUMHAFT, und du willst einfach nur mit dem Kopf auf die Tischplatte knallen weil du dich fühlst als hättest du 24 Stunden lang ohne Unterbrechung Musikantenstadl geguckt.

Im Beipackzettel steht, dass Benommenheit „sehr selten“ vorkomme. Das halte ich für eine ganz schön dreiste Lüge.

Ich nehme diese Tabletten nicht mehr, weil es mittlerweile bessere verschreibungspflichtige Antihistaminika gibt. Und trotzdem ist heute so ein Tag, wo nichts mehr hilft. Die Bäume da draussen spielen ja total verrückt!

Eben ist hier eine Hummel vorbeigeflogen. Die hat sich angehört wie ein Rasenmäher. Auch verrückt geworden!



Frühlingsgefühle

Wisst ihr was mich in den letzten Wochen am meisten genervt hat? Die Nachrichten über dieses verschollene Flugzeug. Dass unsere Medienlandschaft immer mehr an Substanz verliert ist ja nichts Neues. Aber im Zusammenhang mit diesem Flugzeug war es mal wieder überdeutlich, wie stark unwichtige Themen die wichtigen von ihrem relevanten Platz verdrängen. Da berichten die Leitmedien dieser Welt über Wrackteile irgendwo im Meer, während Europaparlament und Bundestag hinter unserem Rücken ungestört Mist verzapfen und den Lobbyisten den roten Teppich ausrollen. Würgs!

Aber heute mal kein Gemecker, denn das Leben ist so schön. Vor allem wenn man Dinge macht, die man zum ersten Mal im Leben macht. Ich habe

1: Eier ausgeblasen! Früher hat mich Mutti da nicht rangelassen. Dann hat es mich 30 Jahre lang nicht interessiert. Und jetzt hat es mir so viel Spaß gemacht, dass wegen mir das ganze Jahr lang Ostern sein darf. Eier ausblasen rockt!

2: einen Saunaaufguss hinter mich gebracht. Dass das heiß ist, hab ich mir ja schon gedacht. Dass das SO heiß ist, dass es einem die Haut wegbrezelt, man nicht mehr atmen kann und man es nur per Zufall überleben kann, hätte ich nicht für möglich gehalten. Ich werde es wieder tun. Die Abkühlung danach ist einfach zu geil!

3: einen Vortrag über Gemälderestauration angehört.

4: ein Vorstellungsgespräch für ein Ehrenamt beim Roten Kreuz absolviert. Sie nehmen mich, und es kommen spannende Zeiten auf mich zu.

5: drei Folgen „Big Bang Theorie“ geguckt. Ganz lustig, aber wenn man ein paar Nerds im echten Leben kennt, ist es nicht schrill, sondern eher so normaler Alltag, oder?

Ich habe angefangen „Endlich Nichtraucher“ zu lesen. Bin gespannt und zuversichtlich.

Das Finanzamt schikaniert mich mal wieder. Es ist immer das gleiche. Wenn die Geld von mir wollen, stehen sie ratzfatz auf der Matte. Ist es umgekehrt, zieren sie sich wie ein kleines schüchternes Blumenmädchen. Wenn da mal nicht System dahinter steckt. Aber ich wollte ja nicht meckern …

Jedenfalls ist es hier im Tagebuch etwas ruhig geworden. Das liegt daran, dass der Frühling mich raus treibt – mit Hummeln im Hintern und Schmetterlingen im Bauch. Ich bin jeden Tag froh, wenn ich zum Feierabend den Rechner ausschalten kann, und plötzlich sind die Tage zu wenig und zu kurz um all das unterzubringen, was ich machen möchte.

Bis demnächst, ihr lieben – genießt den schönen Frühling!



Unmissverständliche Botschaft

Ich sitze so bei meinem ersten Kaffee und sinniere darüber, was ich heute alles wuppen muss. Ein Haufen Arbeit – ja, wird gemacht, ist klar. Beim Finanzamt anrufen, beim Steuerbüro anrufen, bei UNICEF anrufen, diverse Rechnungen überweisen … näääää, keine Lust, mache ich morgen. Die übliche Verschieberitis.

Dann der Moment wo ich meinen Rechner einschalte und mit einem bislang unbekannten Bluescreen begrüßt werde, der mir deutlich zu verstehen gibt, dass booten gerade nicht in seinen Aufgabenbereich fällt. Unbezahlbar dieser Moment in dem sich mein Magen um 360 Grad rumdreht, ich keuchend über der Schreibtischplatte hänge und mir die Gesichtszüge entgleisen. Blitzartig schießt mir die Frage in den Kopf, von wann mein letztes Gesamt-Backup ist, und dann die Erkenntnis, dass es indiskutabel lange her ist.

Ich fasse dies als eindeutigen Hinweis auf, dass ich mit meinem Karma in den Miesen bin und gelobe reumütig, den ganzen unangenehmen Kram zu erledigen UND ein Backup zu machen.

Beim dritten Versuch ist der Rechner hochgefahren.

Jetzt ist es neun. Ich habe beim Finanzamt angerufen, beim Steuerbüro angerufen, bei UNICEF angerufen, diverse Rechnungen überwiesen, das Backup läuft. Karma-Konto ausgeglichen.

Wie bescheuert das ist, Unangenehmes liegen zu lassen! Die Dinge einfach zu erledigen geht oft so schnell, sie sind dann aus dem Kopf raus und man kann sich wieder den wichtigen und wirklich zeitraubenden Dingen zuwenden. Ich weiß das, trotzdem ist es immer wieder so schwer.

Ich wünsch euch gutes Karma und ein schönes Stückchen Sahnetorte :-)

 



Morning Phase

fruehling

Nur mal fürs Protokoll: Es ist Mitte März, und die Sonne ballert so heftig auf meinen Balkon, dass man im T-Shirt schwitzt. Ich finde das großartig!

Ein klein bißchen Wehmut packt mich jetzt, wo die Tage wieder länger werden. Wenn ich morgens zum Training fahre, ist es draußen schon hell. Bislang war es so, dass ich morgens aus dem Bett gefallen bin – Katzenwäsche im Halbschlaf – meinen Kaffee im Schummerlicht getrunken habe und dann von der nächtlichen Dunkelheit umhüllt auf leeren Straßen zum Training gefahren bin.

Dort dann alles nach Plan, der gesamte Ablauf hoch konzentriert, langsam, um mich rum die anderen Trainierenden, die mir in ihrer Art vertraut sind und so früh morgens ebenso wenig Lust auf Interaktion haben wie ich. Keine Entscheidungen die zu treffen sind, keine Fragen die sich stellen. Außer vielleicht, ob ich heute mal die 10-Kilo-Hantel statt der 9 nehme. Angenehme Sicherheit, immer das gleiche Programm, nichts kommt dazwischen, keine Überraschungen … so bin ich in den letzten Monaten fast jeden Morgen sanft in den Tag gestartet.

Dass es jetzt morgens hell ist, ist irgendwie ein Bruch. Es stört den Zauber der morgendlichen Dösigkeit, wenn der Tag noch so schön unschuldig ist.

Stichwort „morgendliche Dösigkeit“: Das neue Album „Morning Phase“ von Beck, das ich hier neulich erwähnt habe, ist das schönste Album, das ich seit langem gehört habe. Es ist die Vertonung des Zustandes zwischen Nacht und Tag in all seinen Facetten – besser kann ich es nicht beschreiben. In den Kritiken ist die Rede von einem Meisterwerk.

Stell dir vor wie es klingen könnte, wenn du morgens in frisch bezogener Bettwäsche aufwachst, dir ein Sonnenstrahl die Nase kitzelt und du die Wahl zwischen nochmal einschlummern oder fröhlich in den Tag starten hast. So honigsüß, dass man es kaum aushält. Dann weißt du, wie das Album klingt. Es ist genial!



Kon-zen-tra-tion!

Warum ist das so? Wenn ich Konzentration am dringendsten brauche, habe ich sie nicht!

Egal. Ich habe mal wieder eine Perle ausgegraben. Vom nagelneuen Album „Morning Phase“ von Beck: MORNING. Ich glaube, das ganze Album ist gut, bin noch nicht durch. Klingt ein bisschen wie Fleetwood Mac ohne Stevie Nicks.

 

Ist das nicht schön, dass es langsam, ganz langsam Frühling wird? Also ich wache jede Nacht mehrmals auf weil ich keine Luft mehr kriege (die Haselnuss), und der Kater bringt schon wieder Zecken mit nach Hause. Hurra, der Lenz ist da! :-(

 



Lass das mal den Papa machen

Was für ein launiger Kino-Abend … ich war im Stromberg Film! Ich glaube, ich habe noch nie im Kino so gelacht. Das war wirklich allerfeinstes Kalauer-Spektakel!

Besonders witzig war das Publikum im Kinosaal. Aus allen Ecken kamen ständig unterdrückte Lachanfälle von Leuten, die über irgendeinen Witz nicht hinweg kamen. Was wiederum den Rest der Meute anstachelte und bald alle im Saal gröhlten. Mir liefen irgendwann so die Tränen, dass ich die Brille erst gar nicht wieder aufgesetzt habe.

Die guten Sprüche kann man mittlerweile im Internet nachlesen. Alle sehr fein, perfekt platziert und maximal haarsträubend. Wenn man sie einmal alle gehört hat, müsste man eigentlich den Film nochmal in Zeitlupe angucken. Denn in den Szenenbildern und der Mimik der Personen entfaltet sich die wahre Strombergsche Poesie.

Zum Beispiel Jenny vor Atomkraftwerk beim pullern. Der Moment, in dem der Busfahrer die Berkel anguckt. Die total besoffene Autofahrt zum Landschlösschen. Der Alleinunterhalter mit seiner durchgeknallten Schlagermusik, und wie die Belegschaft drauf abfährt. Stromberg furzend. Den Vogel abgeschossen: Ernie mit einem Lachs um sich schlagend! Diese kleinen Momente sind so zauberhaft …

… ich bin total verliebt und gebe eine glatte Note Eins für dieses Sahnestückchen!



Zwänge und Aversionen

Ich stehe mir ja ganz gerne selbst im Weg.

Ich habe zum Beispiel Angst vor Designer-Stühlen. Ja, bleib mir weg mit Eames und Bauhaus – von Design-Stühlen krieg ich Schüttelfrost. Kein Witz, ich hasse die Dinger so sehr, dass ich weggucken muss. Und wo wir schon beim Thema sind: Wenn im Radio oder Fernsehen jemand vom Heiligen Stuhl spricht, habe ich GANZ GANZ seltsame Assoziationen. Ob ich das will oder nicht.

Joghurt esse ich jeden Abend und niemals mit einem Löffel aus Metall. Der muss aus Plastik sein. Ganz wichtig ist die Farbe. Es ist unmöglich, mit einem hellgrünen Löffel aus einem rosa Schälchen zu essen. Wenn rot gerade in der Spülmaschine ist, ich in diesem Moment aber definitiv meinen Joghurt mit einem roten Löffelchen essen muss, spüle ich ihn von Hand, auch wenn das nervig ist.

Außer Deutschlandfunk kann ich Radio nicht ertragen. Wegen den sich ständig wiederholenden Jingles und Einspielern (Das beste aus Pop und Rock!) AAARGS. Die Moderatoren werden auch immer „lustiger“ und hysterischer. Das kann kein Mensch aushalten.

Wenn jemand reimt oder pfeifft, verspüre ich den Drang zu einer Schusswaffe zu greifen. Ebenso, wenn jemand das Wort „sozusagen“ in jeden zweiten Satz einbaut. Wiederum ein Grund, auch den Deutschlandfunk zu verbannen, denn da machen das fast alle.

Von einer handvoll Gummibärchen esse ich immer die roten zuletzt. Ich habe den Zwang, beim Wäsche aufhängen die Unterhosen mit einer Wäscheklammer festzumachen, obwohl einfaches drüberhängen auch reichen würde. Die andersfarbigen Wäscheklammern kommen erst zum Einsatz, wenn alle roten aufgebraucht sind. Ich nehme an der roten Ampel niemals den Fuß von der Kupplung, bzw. den Gang raus. Schnelles Anfahren ist Pflicht.

Ungerade Zahlen ängstigen mich. Ebenso die Tatsache, dass ich nie einen Kugelschreiber habe, obwohl ich immer wieder welche nachkaufe. Mir ist noch nie ein Salat-Dressing so gut gelungen, dass es mir geschmeckt hat. Im Mediamarkt muss ich mich immer sehr zusammenreißen, damit ich mir KEINE Eismaschine kaufe.

Ansonsten gehts mir aber gut. Immerhin summe ich nicht beim Kofferraum packen die Tetris-Melodie vor mich hin :-)